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Steigende Nutzung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116 117 signalisiert wachsende Akzeptanz

Stefan Obermayer 4 Min. Lesezeit 113. August 2026
Steigende Nutzung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116 117 signalisiert wachsende Akzeptanz
Symbolbild (KI-generiert)
Der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116 117 wird in Deutschland zunehmend genutzt und ist vielen Menschen bekannt. Dies deutet auf eine gestärkte ambulante Versorgung außerhalb regulärer Praxiszeiten hin und entlastet Notaufnahmen.

Der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der bundesweiten Rufnummer 116 117 etabliert sich zunehmend als zentrale Anlaufstelle für medizinische Hilfe außerhalb der regulären Praxisöffnungszeiten. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass die Bekanntheit und die Nutzung dieses Dienstes in Deutschland signifikant gestiegen sind. Dies ist ein wichtiger Indikator für eine verbesserte Steuerung von Patientenanfragen im ambulanten Sektor und eine Entlastung der Notaufnahmen, die oft für nicht-lebensbedrohliche Anliegen aufgesucht werden.

116 117: Eine Erfolgsgeschichte in der Patientensteuerung

Die Einführung der 116 117 war ein entscheidender Schritt, um die ambulante Notfallversorgung in Deutschland zu optimieren. Der Dienst soll Patienten eine erste Einschätzung ihrer Beschwerden ermöglichen und sie an die richtige Versorgungsstufe weiterleiten – sei es der Bereitschaftsdienst vor Ort, eine Notfallpraxis oder, bei Bedarf, die Notaufnahme. Die jüngsten Ergebnisse einer Umfrage, wie die AOK berichtet, bestätigen, dass dieser Ansatz fruchtet: Immer mehr Menschen kennen die Nummer und nutzen sie, wenn Arztpraxen geschlossen sind. Dies spiegelt eine wachsende Akzeptanz in der Bevölkerung wider und stärkt die Position des Bereitschaftsdienstes als unverzichtbaren Pfeiler der Gesundheitsversorgung.

Die steigende Nutzung der 116 117 ist nicht nur ein Zeichen für verbesserte Information und Aufklärung, sondern auch für ein verändertes Patientenverhalten. Anstatt bei gesundheitlichen Problemen außerhalb der Sprechzeiten reflexartig die Notaufnahme aufzusuchen, entscheiden sich immer mehr Bürger bewusst für den Bereitschaftsdienst. Dies trägt maßgeblich dazu bei, die oft überlasteten Notfallambulanzen zu entlasten und Ressourcen für tatsächliche Notfälle freizuhalten. Die Weiterentwicklung des Dienstes, beispielsweise durch die Integration von Online-Terminvergaben oder telemedizinischen Beratungen, könnte diese positive Entwicklung weiter verstärken.

Herausforderungen und Chancen für die ambulante Versorgung

Verbesserte Erreichbarkeit und digitale Integration

Trotz der positiven Entwicklung gibt es weiterhin Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Eine kontinuierliche Verbesserung der Erreichbarkeit, insbesondere in ländlichen Regionen, und eine effiziente Koordination mit den regionalen Versorgungsstrukturen sind entscheidend. Die digitale Transformation im Gesundheitswesen bietet hierbei enorme Chancen. Ansätze zur „Neuerfindung der Gesundheitskommunikation für das digitale Zeitalter“ könnten die 116 117 weiter stärken, indem sie beispielsweise digitale Symptom-Checker oder Video-Sprechstunden integrieren. Dies würde nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch den Zugang für Patienten mit geringerer Mobilität oder in abgelegenen Gebieten erleichtern.

Die Integration digitaler Tools könnte auch die Kommunikation zwischen dem Bereitschaftsdienst und den niedergelassenen Ärzten verbessern, um eine nahtlose Versorgungskette zu gewährleisten. Digitale Patientenakten, die über die Elektronische Patientenakte (ePA) zugänglich sind, könnten dem Bereitschaftsarzt wichtige Informationen liefern und Doppeluntersuchungen vermeiden. Der Fokus auf innovative Modelle zur Verbesserung der Patientenversorgung, wie beispielsweise im Bereich der psychischen Gesundheit, zeigt, dass solche Ansätze erfolgreich sein können. Ein „innovatives Modell für psychische Gesundheitsdienste für Jugendliche“ in Kanada demonstriert, wie durch neue Organisationsformen sowohl die Qualität der Versorgung verbessert als auch Kosten gesenkt werden können – Prinzipien, die auch auf den ärztlichen Bereitschaftsdienst übertragen werden könnten.

Die Rolle des Patienten in einem sich wandelnden System

Die wachsende Akzeptanz der 116 117 zeigt auch, dass Patienten bereit sind, sich aktiv an der Steuerung ihrer Gesundheitsversorgung zu beteiligen, wenn ihnen klare und verlässliche Wege aufgezeigt werden. Eine kontinuierliche Aufklärung über die korrekte Nutzung des Dienstes und die Unterscheidung zwischen einem echten Notfall (112) und einem dringenden, aber nicht lebensbedrohlichen Anliegen (116 117) bleibt essenziell. Kampagnen zur Gesundheitskompetenz können hier einen wichtigen Beitrag leisten, um die Bevölkerung zu befähigen, fundierte Entscheidungen über den richtigen Zeitpunkt und den richtigen Ansprechpartner für ihre Beschwerden zu treffen.

Die Stärkung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes ist somit ein wichtiger Baustein für ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem, das sowohl die Bedürfnisse der Patienten als auch die Herausforderungen der Leistungserbringer berücksichtigt. Es geht darum, die richtige Versorgung zur richtigen Zeit am richtigen Ort anzubieten und dabei die Effizienz und Qualität der medizinischen Leistungen kontinuierlich zu verbessern. Die positiven Rückmeldungen zur 116 117 sind ein klares Signal, diesen Weg konsequent weiterzugehen und den Dienst als integralen Bestandteil der ambulanten Versorgung weiter auszubauen.

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